Man kann sie überall kaufen, sogar in Schulgeschäften. Allerdings enthält eine Dose Energydrink so viel Koffein wie mehrere Kaffees. Heute weiß man, dass Energizer statt Flügeln uns Krankheiten und Ärger bereiten. Fashion for Health sagt "Nein" zum übermäßigen Konsum von Energydrinks.

Suggestive Werbung verspricht außergewöhnliche Stimulation. In Wirklichkeit verleihen uns Energydrinks jedoch keine Flügel. Wissenschaftler in aller Welt schlagen Alarm. Energisers werden von immer jüngeren Menschen eingenommen. Noch alarmierender ist die wachsende Beliebtheit dieser Getränke bei Kindern und Jugendlichen. Inzwischen sind Energydrinks nur noch etwas für Erwachsene. Und zwar nur vernünftige und verantwortungsvolle.

energet022011.jpgErst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt

Die ersten Energydrinks erschienen Mitte der 1990er Jahre und fanden schnell viele Anhänger. Leider auch bei unseren Kindern und Jugendlichen. Eine Dose Energydrink kann jedoch mehr Koffein enthalten als mehrere Kaffees oder Dosen Coca-Cola. Nach Ansicht von Wissenschaftlern sollten Kinder zwischen 10 und 12 Jahren nicht mehr als 85 mg Koffein pro Tag zu sich nehmen, was einer oder zwei Dosen Coca-Cola entspricht. Für jüngere 7- bis 9-Jährige liegt die Dosis bei 62,5 mg und für Vier- bis Sechsjährige bei 45 mg. Ein Glas eines Energydrinks enthält dagegen bis zu 80 mg Koffein. Und die gibt es jetzt überall zu kaufen, sogar im Schulshop. Einprägsame Werbung in Verbindung mit klaren Namen zwingen die Menschen einfach zum Kauf. Kinder können nicht widerstehen. Viele Erwachsene tun das auch, aber auch für sie sind Energydrinks, insbesondere wenn sie im Übermaß getrunken werden, nicht sicher.

Legale Highs
Obwohl Energydrinks gemeinhin als "Legal Highs" bezeichnet werden, gibt es keine gesetzlichen Vorschriften für ihren Verkauf. Es gibt jedoch immer mehr Berichte über die negativen Auswirkungen von Energizern. Nach Ansicht von Ernährungswissenschaftlern ist ihr Konsum schädlich, insbesondere für den jungen Körper. Erwachsene, die sich auch mit anderen Arten von Stimulanzien versorgen, nehmen die in "Energy"-Drinks enthaltenen Inhaltsstoffe besser auf. Kinder hingegen sind weit weniger in der Lage, sie sicher zu konsumieren und zu entfernen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Verbindungen mit anregender Wirkung, wie Koffein und Taurin. Koffein stimuliert das Nervensystem, erhöht die Zahl der Herzkontraktionen und steigert den Blutdruck. Taurin hingegen regt die Muskeln, einschließlich des Herzens, zur Arbeit an, verbessert die Konzentration und sorgt dafür, dass sich die Muskeln nach einer Anstrengung schneller erholen. Energydrinks enthalten auch eine starke Dosis an B-Vitaminen (B6 und B12) und Vitamin PP. Sie erhalten die Leistungsfähigkeit des Nervensystems, verbessern Gedächtnis und Konzentration. Aus diesem Grund können Energydrinks von Erwachsenen in so genannten Notfallsituationen konsumiert werden, wenn sie nicht in der Lage sind, sich vor einer körperlichen oder geistigen Anstrengung auszuruhen.

Aggression statt Energie
Energydrinks stimulieren für kurze Zeit. Und das ist im Grunde das Ende ihrer "nützlichen" Wirkung. Sie verbessern weder unseren Zustand, noch lassen sie uns ausruhen. Sie werden niemals den Schlaf oder die normale Erholung ersetzen. Nach Ansicht kanadischer Journalisten haben Energydrinks mit hohem Koffeingehalt die Grenze überschritten und sind nicht nur zu Aufputschmitteln, sondern auch zu Drogen geworden. In erster Linie als Folge eines unverantwortlichen und übermäßigen Konsums. Diese Meinung scheint durch die Forschung von Wissenschaftlern bestätigt zu werden. Laut Kathleen Miller von der University of Buffalo beeinflusst der regelmäßige und übermäßige Konsum dieser Art von Getränken riskantes und aggressives Verhalten junger Menschen, wie Gewalt, ungeschützten Sex und den Griff zu anderen psychoaktiven Substanzen. Professor Mariusz Jędrzejko von der Stiftung Pedagogium ist ebenfalls der Ansicht, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum dieser Getränke bei Kindern und Jugendlichen und dem späteren Experimentieren mit anderen Stimulanzien gibt. Und Verhaltensänderungen? Hat irgendjemand von uns Eltern schon einmal darüber nachgedacht, dass Hyperaktivität, Aggressivität, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und eine Reihe anderer Probleme die Folge des Konsums von Energydrinks sein können?

Wings to Disease
Einige Ärzte bringen das zunehmende Auftreten von Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten bei jungen Menschen mit dem Missbrauch von Energy Drinks in Verbindung. Eine Überdosierung von Vitamin B12 wiederum kann zu Störungen der Blutkörperchenbildung, Störungen des Nervensystems, Wachstumsstörungen bei Kindern und sogar Depressionen führen. Da sie den Blutdruck erhöhen und das Blut zähflüssiger machen, erhöhen Energydrinks das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und vielen anderen Krankheiten. Besonders gefährlich ist es, Energy-Drinks mit Alkohol zu mischen. Leider sind Getränke, die aus diesen Zutaten hergestellt werden, in Clubs und Diskotheken sehr beliebt. In der Zwischenzeit wird der mit dem "Energie"-Getränk gemischte Alkohol schneller aufgenommen, was den Rausch, aber auch die Vergiftung beschleunigt. Stimulanzien "maskieren" die Wirkung von Alkohol, und bei manchen Menschen steigt das Aggressionsniveau nach dem Konsum einer solchen Mischung. Aus diesen Gründen haben einige europäische Länder, wie Dänemark und Norwegen, den Verkauf von Energydrinks verboten. In Frankreich ist der Verkauf von Energydrinks an die Bedingung geknüpft, dass das Etikett genaue Informationen über die Schädlichkeit des Getränks enthält. Leider lassen sich die meisten jungen Menschen dazu verleiten, Energy-Drinks aus modischen Gründen oder in der Hoffnung zu trinken, dass sie dadurch bessere Leistungen in der Schule, beim Sport und in anderen Bereichen ihres Lebens erzielen. Es ist fast schon üblich, sie auf Partys und in Diskotheken zu konsumieren. Oft in Kombination mit Alkohol und anderen Drogen werden sie nicht nur zu einer Gefahr für die Gesundheit, sondern sogar für das Leben. Wir sollten uns dies merken. Wenn wir zu viel von unseren Kindern verlangen, ihnen immer weniger Zeit und Interesse widmen, tragen wir manchmal selbst zu ihren Experimenten und ihrem riskanten Verhalten bei. Und was sie essen und trinken, wendet sich gegen sie.

Artikel aus der Monatszeitschrift Moda na Zdrowie (Februar 2011)
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